Ein Briefwechsel der besonderen Art, mit Höhenflügen und Tiefsinn, wertvollen Einblicken und tollen Aussichten. Folge 5: Lieben, was Mann tut. Stille, Verkehr. Und: einander grüssen.

Liebe Jana
Danke für die bisherigen Einblicke in dein Leben und Erleben! Das war ja echt spannend. Wie deine neue Frage, was ich ausser dem Schreiben noch so liebe.
Also… Wie viel Zeit hast du bzw. wie viel Platz habe ich? Ich sehe das Ende dieser Spalte schon bedenklich näher kommen…
… also: Ich liebe eigentlich alles, was ich mache, und ich mache, was ich liebe. Das war nicht immer so. Eine Zeitlang machte ich primär das, was andere sich wünschten oder, so meinte ich jedenfalls, von mir erwarteten. Wenn du möchtest, können wir uns später einmal darüber unterhalten…
Zu den Dingen, die ich gerne habe, gehören zum Beispiel Reisen – früher mit Interrail und zu Fuss durch gefühlt halb Skandinavien, später mit dem Flugi nach Kanada oder nach Kasachstan, in jüngster Zeit mit dem ÖV, dem Camper und auch wieder mehr zu Fuss – Lesen, Musik, die Natur – mit unserer Aussie-Hündin Ziva durch Feld und Wald, Lagerfeuer, Gipfelglück – sowie das Bauen an der Gemeinschafts-Modellbahnanlage in Jaberg oder ein Fährtli mit meinem 20-jährigen «Cabi» oder dem über 30-jährigen Motorboot.
Vielleicht hast du‘s bemerkt: All das hat (auch) mit Menschen zu tun. Ich liebe es, mich vom Leben zu neuen Menschen hinführen zu lassen, kann aber auch ganz gut die Stille aushalten und dem Spirituellen nach spüren. Ein verbindendes Element ist dabei auch der Glaube, den ich gern mit andern teile.
Du bist wie ich viel zu Fuss unterwegs. Wie hast du‘s so mit den Themenkreisen Verkehr, Umwelt, Klima? Ich bin gespannt.
Häbs guet u blyb zwäg!
Thom (Reisender, Schreiber, Geniesser)

Hallo Thom!
Zu deiner Frage rund um den Verkehr hab ich mir ein paar Gedanken gemacht. Zuerst einmal, wie ich zu den verschiedenen Verkehrsmitteln stehe. Ich nehme nicht aktiv am Strassenverkehr teil, höchstens auf dem Velo. Das liegt auch daran, dass mir einfach immer ein bisschen zu viel los ist.
Ich habe auch nicht vor, irgendeine Prüfung zu absolvieren. Höchstens die Autoprüfung, alles daneben überlass ich den andern. 🙂
Ich will auch das Klima etwas schonen, denn die Zukunft liegt mir sehr am Herzen. So reise ich gerne mit dem Zug und wenn ich einmal ein Auto haben werde, dann möglichst ein elektrisches.
Nun hast du ja schon erwähnt, dass ich oft zu Fuss unterwegs bin. Das stimmt und dabei ist mir mit der Zeit auch etwas aufgefallen: Zwar ist es so, dass die meisten anderen Fussgänger zurückgrüssen, doch Velofahrer oft nicht. Genau so wie bei Joggern auch, obwohl ich es schon verstehen kann; man ist schliesslich ausser Atem und hört einen Gruss vielleicht auch nicht. Trotzdem bin ich jedes Mal etwas traurig und fast schon beleidigt, wenn ich nicht zurückgegrüsst werde.
Was mich auch immer ein bisschen ärgert ist, wenn die Menschen, die an mir vorbeigehen, mir nicht in die Augen schauen. Da fasse ich meist nicht den Mut zum Grüssen oder um einen schönen Tag zu wünschen. Dafür freue ich mich immer umso mehr, wenn mich jemand zuerst grüsst, zurückgrüsst oder mir ein Lächeln schenkt. Nun kommen wir auch schon zu meiner neuen Frage: In deinem Text hast du viele verschiedene Transportmittel erwähnt. Welches ist denn dein Lieblings und warum?
Äs schöns Tägli u viu Spass bim Schribe!
Jana (2. Jahr im Gymnasium)