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Sanierung Studienzentrum Gerzensee: Perfekte Akustik für akademische Höchstleistungen

In den letzten zwei Jahren wurden mehrere Bereiche des Studienzentrums Gerzensee saniert. Der SEE-SPIEGEL durfte sich das Ergebnis anschauen und sich selbst von der Ruhe und Modernität überzeugen.

Direktor Martin Brown und Vizedirektorin Sylvia Kaufmann, draussen im neu sanierten Innenhof.

Die Räume sind hell, ruhig, minimalistisch. Und doch fühlt man sich automatisch wohl. Am liebsten würde man direkt seinen Laptop auspacken, sich an einen der Tische setzen und drauflosarbeiten. «Genau auf dieses Ergebnis haben wir gehofft», sagt Martin Brown und strahlt. Beim Rundgang durch das neu sanierte Studienzentrum merkt man deutlich: Nicht nur Brown, sondern auch seine Mitarbeitenden sind stolz darauf, was dieses Jahr geleistet wurde. Der Direktor des Studienzentrums und die stellvertretende Direktorin Sylvia Kaufmann führen uns für den SEE-SPIEGEL durch die neu gestalteten Räume des Anwesens.

Die Liste an umgesetzten Massnahmen ist lang. Nach mehr als 40 Jahren waren sowohl die Innen- wie auch die technischen Einrichtungen umfassend sanierungsbedürftig. Da wären beispielsweise die beiden Seminarräume, der kleinere «Thun» und der grosse «Bern». Beide wurden mit der modernsten Technik ausgestattet: An den Decken hängen Beamer, jeder Schreibtisch verfügt über Steckdosen, beide Räume sind mit Kameras und Mikrofonen ausgestattet. «Heutzutage ist es wichtig, dass ein Zoom-Call mit nur wenigen Knopfdrücken gestartet werden kann», erklärt Sylvia Kaufmann.

Schalldämmung in Decke und durch Fensterersatz

Neben der hellen Gestaltung – weisse Wände mit hellen Holzbalken – sorgt auch die durchdachte Akustik für die nötige Ruhe. Das Studienzentrum Gerzensee beherbergt Akademiker, Dozenten und sogar Nobelpreisträger aus der ganzen Welt. Um dieser Stätte des Wissens gerecht zu werden, müssen sich die Studentinnen und Studenten auch angemessen auf das Lernen und den Unterricht konzentrieren können.

«Früher waren die Beamer teilweise so laut, dass man den Dozenten nicht mehr gehört hat», erinnert sich Martin Brown. Hinzu kam der Lärm der Strasse, welcher heute durch dreifachverglaste Fenster ausgeschlossen wird. «Die richtige Akustik nahm im Projekt einen hohen Stellenwert ein», erklärt Sylvia Kaufmann. «Hierfür wurden Experten hinzugezogen, die das Nötige ausgemessen und uns beraten haben.» Dafür wurde die unterste Schicht der Decke etwa mit einer Akustik-Spanndecke versehen.

Der frühere Seminarsaal «Bern»: Niedrige Decke und schlechte Akustik.
Der neue Saal «Bern»: Helle, freundliche optik, moderne Technik und beste Akustik.

Die grösste Veränderung findet sich aber im Raum «Thun»: Aus vorher drei separaten Räumen wurde einer, in dem heute bequem 40 Studierende Platz finden. Um diese Vergrösserung zu realisieren, mussten die früheren, dicken Stützen durch einen Fachwerkträger im Dachstock ersetzt werden. Letzterer beherbergt auch die technisch erneuerte Lüftungsanlage, welche den Raum auch an heissen Tagen mit frischer und kühler Luft versorgt. «Die erste Hitzewelle im Juni war bereits ein Stresstest», erinnert sich Kaufmann, «aber es hat sich gezeigt, dass es hier drinnen auch bei solchen Aussentemperaturen angenehm bleibt.»

Granitplatten im Innenhof

Das Thema der Akustik zieht sich auch im unteren Stockwerk weiter. Hier wurden die Orangerie sowie der Innenhof neu gestaltet. Erstere kommt nun viel moderner daher, mit dunklen Säulen und einer gemusterten Akustikwand. Zudem wurde der Raum unterteilt: Die dahinter gelegene Bar ist durch eine Wand abgetrennt, welche wiederum mit hölzernen Akustikpaneelen verkleidet ist. «Das ist mein neuer Lieblingsort», schwärmt Martin Brown. «Hier setzen sich auch meine Töchter gerne hin, wenn sie lernen müssen.»

Auffallend ist auch die neue Fensterfront, die einen Blick auf den Innenhof gewährt. Sie lässt nicht nur viel Licht hinein, sondern lässt sich auch problemlos via Gleitvorrichtung bis zur Hälfte aufschieben. So kann die Orangerie blitzschnell geöffnet werden. «Das System stammt von einer Firma aus dem Emmental», verrät Brown. Allgemein sei bei den beteiligten Firmen sehr auf Regionalität geachtet worden: Rund 40 Unternehmen aus dem näheren Umfeld waren an der Sanierung beteiligt. «Es ist nicht selbstverständlich, dass wir Regionalität, Qualität und Wirtschaftlichkeit so gut miteinander verbinden konnten.»

Blick auf den alten Innenhof, mit Pflastersteinen und altem Brunnenstandort.
Der neue Innenhof beeindruckt mit hellem Steinboden und einer breiten Sitzbank um den Baum.

Der Ausblick in den Innenhof wiederum gehört zu Sylvia Kaufmanns persönlichen Highlights. Dieser wurde vollumfänglich mit neuen Platten ausgelegt: Ein heller, hochwertiger Stein, gepaart mit Pflastersteinbereichen, wie etwa um das Stöckli herum. Vor diesem befindet sich neu auch der Brunnen, der auch auf Anregen der Denkmalpflege hin umgesetzt wurde. Diese war über den mehrjährigen Planungs- und Umsetzungszeitraum eng mit dem internen Planungsteam involviert. Die sorgfältige Ausführung führte dann unter anderem auch dazu, dass das Endergebnis wie aus einem Guss daherkommt.

Grösste Herausforderung: die Koordination

Insgesamt dauerten alle Sanierungsarbeiten von Dezember 2025 bis Juni 2026 – ein enger Zeitplan, der aber ohne Probleme eingehalten werden konnte. «Zum Glück ergaben sich keine grossen, unvorhergesehenen Herausforderungen», so Martin Brown. Das Schwierigste sei wohl die Koordination gewesen, denn während draussen die Bagger auffuhren und drinnen der grosse Saal «Bern» komplett entkernt wurde, lief der Betrieb des Studienzentrums, Restaurant und Hotel, weiter wie gewohnt.

Die Gäste mussten über alternative Routen in ihre Zimmer geführt werden, die Cafeteria wurde kurzerhand hinüber ins Schloss verlegt und bis auf die Lobby waren für die Seminarteilnehmer kaum zusätzliche Räume vorhanden – alles Faktoren, die den Betrieb beeinflussten. Umso glücklicher sind Brown und Kaufmann, dass es fast keine negativen Rückmeldungen gab. So erzählt etwa die Vizedirektorin: «Die Gäste hatten viel Verständnis für die temporäre Situation.»

Eine hektische Zeit also, die während des Rundgangs aber weit entfernt scheint. Die anwesenden Seminarteilnehmer halten sich in der Orangerie, im Innenhof auf, arbeiten oder diskutieren, in den Studienräumen oben zeigt ein Beamer Grafiken aus der Finanzwelt. Ein alltäglicher Betrieb, der auch beim nächsten, bevorstehenden Projekt wie gewohnt weiterlaufen soll – und dieses befindet sich schon in der Planung: Von 2028 bis 2030 soll das Dach des Schlosses gesamtsaniert werden. Bis dahin sei dem Studienzentrum die Ruhe gegönnt.

Besichtigung am Chürbismärit

Sie möchten sich selbst ein Bild der sanierten Räumlichkeiten machen? Dann besuchen Sie das Schloss und das Studienzentrum während des Chürbismärits! Wie gewohnt wird dieser das Gastroangebot im Innenhof und in der Orangerie beherbergen. Zudem sind erneut Führungen für die Marktbesuchenden geplant, bei welchen auch die neuen Seminarräume gezeigt werden.

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