Ein Briefwechsel der besonderen Art, mit Höhenflügen und Tiefsinn, wertvollen Einblicken und tollen Aussichten. Folge 4: Warum gerade schreiben? Und: Wind im Haar, laut atmen.

Liebe Jana
Danke für deine Antwort auf meine Frage betreffend Traumberuf! Mir wurde klar: Es bleibt spannend, auch bei diesem Thema.
«Wolltest du schon immer schreiben? Was wäre die Alternative dazu gewesen? I fröi mi scho!», hast du geschrieben… «Schreiben» kam sehr früh in mein Leben, liess mich nicht los und wird mich noch ein Weilchen begleiten. Meine Mutter begann ihre Karriere mit dem «Semer», wechselte dann aber in eine Ausbildung zur Hebamme. Papa, der frühere Bergbauer und Käser, war auch schriftstellerisch begabt. Doch den «Feuze» scheint auch das Fotografieren zu liegen (Mameli gelangen immerhin von den Fussknöcheln an obsi schöne Föteli.)
Aufsätze gehörten zu meinen «favourites» während der Schule. Trotzdem wählte ich im KV die Richtung R, also Rechnen. Die Freude an der Sprache blieb, prägte meine Lehr- und Wanderjahre hin zum Gemeindeschreiber und später in die Verbandstätigkeit und den Tagesjournalismus. Ich liebe es, Wörter aneinanderzureihen, und lernte, auch zwischen den Zeilen zu lesen. Ich empfinde Sprache(n) als Brücke zu Menschen, als Ausdruck der Persönlichkeit und analysiere deshalb gerne, wie jemand spricht oder auf Aussagen des Gegenübers reagiert. Ich konnte auch schon punkto Sketches, Theater oder Gedichte Erfahrungen sammeln. Einige Jahre vor der Pensionierung überlege ich, wie ich den Beruf zum Hobby machen kann. Bis ich‘s weiss, schreib ich einfach mal weiter.
Dein Satz «I fröi mi scho» führt zu meiner neuen Frage: Was freut dich am meisten im Leben, was weniger?
I by gspannt! Häbs guet u blib zwäg!
Thom (Reisender, Schreiber, Geniesser)

Hallo Thom!
Danke für deine spannende Antwort. Wie ich sehe, hat dich das Schreiben schon ziemlich lange begleitet.
Du hast mich gefragt, was mir Freude bereitet und was nicht. Weniger Freude machen mir Sachen wie früh aufstehen oder schlechtes Wetter. Was ich auch nicht mag, sind Leute, die laut atmen. Es ist so ähnlich wie bei Menschen, die Essgeräusche nicht hören können. Etwas daran ist einfach nervig und abstossend. Oder etwas anderes, das ich gar nicht mag: wenn meine Haare nicht gut sitzen. Das mag etwas arrogant klingen. Wer mich kennt, weiss gut, wie wichtig mir meine Haare sind, und so kann ein «bad hair day» schnell mal meine Laune verderben.
Und da man immer mit etwas Gutem aufhören soll, erzähl ich jetzt ein bisschen von den Dingen, die ich mag.
Ich mag Podcasts oder Musik, weil sie mir helfen, den Kopf frei zu kriegen, am besten zusammen mit einem Spaziergang bei angenehmem Wetter. Ich mag es auch, Menschen eine Freude zu machen oder irgendwie zu helfen. Deshalb spare ich auch das ganze Jahr auf Weihnachten und führe Listen über Dinge, die Menschen um mich herum mögen – damit ich ihnen ein Geschenk machen kann. Nichts macht mich so glücklich wie andere Menschen glücklich zu sehen. Und wenn wir schon dabei sind: Die Menschen um mich herum machen mir oft am meisten Freude, sei es Familie oder Freunde oder manchmal auch einfach Bekannte oder Kollegen.
Nun zu meiner neuen Frage: Was macht dir, nebst dem Schreiben natürlich, Spass?
Äs schöns Tägli u viu Spass bim Schribe!
Jana (2. Jahr im Gymnasium)