In der heutigen Mundartgeschichte wirft Autor Christian Buri mit uns einen Blick auf die fruchtbare Vergangenheit der Region – im wahrsten Sinne des Wortes, denn: Dereinst war die Region berüchtigt für seine Vielfalt an Äpfeln.
Text: Christian Buri

Psychologe, wo ufem Wäg zum Doktertitu si gsy, hei o hieumenang Lüt teschtet. Sie hei ne Wörter vorgseit u Kandidatinne u Kandidate hei druf spontan, d.h. ohni zersch lang z’überlege, müesse antworte. Probiers doch o grad!
Was seisch du uf: «e Farb»? Was chunnt dir grad i Sinn uf: «e Frucht»? u was seisch uf: «es Wärchzüg»?
Sötte dyner «Antworte»: «Rot», «en Öpfu» u no «e Hammer» si, de ghörsch du zu de «normale» 90 % vo üsere Bevöukerig.
I weiss nid, ob die Forscher o i der Weschtschwyz si ungerwägs gsy, de wär nämlech en Öpfu e wyblechi Frucht (la pomme) u nid e männlechi, so wie das bi üs isch. Die Wälsche si äbe scho chly angersch: So isch i de Chinderbüecher der Mond e Frou u d Sunne e Ma.
Aber itz z’rügg zu de Öpfu! Ds Klima rund um e Gerzensee wird i Chronike aus bsungersch geeignet für en Obschtbou beschrybe.
We nach länge u chaute Wintere der letscht Schnee vo de Decher grütscht isch u d Früehligsunne ds Fäu vo Hüng u Chatze uf der Terrasse vor em Hus wohlig gwärmt het, hei d Lüt Hals- u Chopftüecher, d Wintestifu u Zöttelichappe abzoge u hei d Bärnertracht u die Haublinige us em Schaft füregno. A bsungere Tage hei Froue u Manne die Sunntigschleider agleit u si useputzt der Chiuche zue gstüret. We derzue no die viele Hundert Hochstammobschtböim blüiht u d Dörfer wie Brutchränz umgäh hei, isch me sich vorcho wie im Paradies.
1914 het e flyssige Buechstabeheud brichtet: «…in Obstgärten versteckt …»

Chüeh u Ross hei unger de Böim graset, Hüng hei d Meischterslüt alarmiert, wenn öppen e Frömde isch verbygloffe, d Chatze hei flissig Müs gfange, d Chüngle si i eigete Stallige iquartiert gsy u d Hühner hei im Hof gackeret. Natürlech het zu jedem Burehus es Bienehus mit farbige Flugbrättli ghört. D Grossväter hei mit der Pfyffe im Mu zu dene flyssige Tierli gluegt.
Surgrauech u BärnerRose, Boskoop u Gravesteiner si ir Hoschtert näbenang ufgwachse. Mir Giele hei die erschte grüene Öpfeli a gschmeidegi Hasuruete gsteckt. De het me der Arm gspannt wien e Speerwärfer a de Olympische Spiu, u mit güebtem Schwung si die flügulose «Drohne» dür d Luft gsuset. Es isch es Goudi gsy!
Wo die Öpfu grosset hei u rot oder gäub hei afa lüchte, si Meischterlüt u Dienschte mit Leitere, Chörb u Harasse derhärcho. Isch e Obschtpflücker d Leitere z’düruf klätteret, isch gäng uf Hüfthöchi amene breite Traggurt e gflochtene Chorb plampet. Dä Chorb isch ergonomisch so gformt gsy, dass der Schwärpunkt o bim Yfüue gäng nach am Körper blibe isch. Unger isch es Sacktuech gspannt gsy, so dass me de bim Umlääre nume het chönne d Hauterig löse u die schöne Frücht unverletzt i d Harasse oder i Sammler grütscht si.
Tagelang, ja wuchelang si die Arbeiter- Inne uf de Leitere gstange. Zletscht het me chönne fahre u ganzi Fueder gspychereti Sunnenenergie z Chiesen näbem Bahnhof ga ablade. Dert het me mängi Tonne Öpfu vermoschtet u der Moscht i Fläschen abgfüllt. Bis über d Bahnglöis übere het me’s gschmöckt, wenn der früschpresst Saft pasteurisert worden isch.
Zu Gotthäufs Zyte hei d Ching der Lehrer gneckt, aber o probiert gnädig z’stimme, wenn sie ihm – hinger sim Rüggen – hei chönne e Öpfu a d Ruete stecke.
I ha no erläbt, dass me de Schuelching i der Stadt Bärn het Böge mit Bons abgäh, so dass sie ir grosse Pouse e Margge gägen e Öpfu hei chönne ytusche.
Wenn d Tage chürzer wärde u me sich scho bau nümm a die herrleche Blueschttage vom Früehlig cha bsinne, föh d Wiehnachtsvorbereitigen a. Öpfu si guet hautbar u drum chame Wiehnachtschüeche, Öpfu im Chörbli usw. bache, se mit angerne Frücht zäme zu Salat mische oder mit Saft us der Fläsche e Süessmoschtcreme arüehre u mit Öpfuschnitzli u Nidle garniere. Wär weiss, viellicht wüsst dir no auti Chochrezäpt vo eune Vorfahre!
Übrigens cha me Öpfu o a d Eschtli vom Tanneboum hänke u die breitzieh, so dass d Cherzli besser Platz hei.
Faus dir no e Frag heit – i giben euch hie grad d Antwort: Z Amerika kennt me der gröscht Öpfu vo der ganze Wäut: der BigApple (Spitzname für d Metropole New York City). Aber wär zur Zyt dert häre geiht, muess in e suuren Öpfu bysse.