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Trinkwasser für Stadt und Region Bern

Von Kiesen bis in die Belpau sieht man derzeit entlang der Aare immer wieder Baustellen, bei der Badi Münsingen sogar zwei ziemlich auffällige: die Wasserverbund Region Bern AG erweitert die mächtige Wasserleitung, welche Stadt und Region Bern mit Trinkwasser aus dem oberen Aaretal versorgt.

Auf zwei Abschnitten wurde aufgrund Revitalisierungsprojekten des Kanton Berns die bestehende Leitung weiter vom Ufer weg verschoben. In diesen Bereichen sind nun beide Leitungen neu. Foto: Stöh / zVg

Stadt und Region Bern (etwa 300000 Einwohner) verbrauchen jährlich rund 24 Millionen Kubikmeter Trinkwasser. Ein Grossteil davon ist Grundwasser aus dem oberen Aaretal (Pumpstationen sind «Amerika-Egge»* bei Uetendorf, Oberi Au Uttigen, und Kiesen). Die seit 1950 bestehende Aaretalleitung 1 transportiert das dort gewonnene Trinkwasser vom Hebewerk in Kiesen entlang der Aare zum Pumpwerk in der Belpau; ab dort wird es mit zwei unabhängigen Leitungen weiter nach Bern geführt.
Die bestehende Aaretalleitung 1 ist für den Transport von bis zu 45000 l/min. ausgelegt. Aus den drei Grundwasserfassungen Kiesen, Uetendorf und Uttigen könnten aber max. 80000 l/min. bezogen werden. Der Bedarf dafür ist künftig vorhanden. Da die alte Leitung nicht doppelt geführt ist, stellt sie ausserdem ein Ausfallrisiko dar.

Deshalb wird derzeit eine zweite Transportleitung erstellt; Aaretalleitung 3 heisst das Projekt. Auch diese neue Leitung ist eine sog. Freispiegelleitung: ihr Anfangspunkt liegt auf einem höheren Niveau als ihr Endpunkt, weshalb das Wasser dem natürlichen Gefälle folgend von selber fliesst. Mit ihren 90 cm Durchmesser wird sie bis max. 60000 l/min. Wasser transportieren können und ist rund 7,5 km lang. Die Rohre sind aus beschichtetem Stahl.

Gleichzeitig mit dem Bau der neuen wird die alte Aaretalleitung zwischen Wichtrach und Kiesen auf rund 2,5 Kilometern derart verlegt, dass Platz entsteht für ein künftiges Renaturierungsprojekt des Kantons Bern.

Entlang der neuen Freispiegelleitung wurden und werden je nach Baufortschritt Installationsplätze und provisorische Zufahrtswege erstellt. Aus Sicherheitsgründen müssen immer mal wieder Fuss- und Velowege umgeleitet oder gesperrt werden. Manchmal ist überdies die Aare in betroffenen Abschnitten nicht mehr zugänglich. Die Wasserverbund Region Bern AG bittet dafür um Verständnis. Gemäss aktueller Planung sollten die Bauarbeiten im Herbst 2026 abgeschlossen sein.

Weitere Informationen: Aaretalleitung 3

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