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Zum Rücktritt von Gerhard Wyss als Redaktionsleiter

Nach 13 Jahren als Leiter der Redaktion des SEE-SPIEGELS ist der Kirchdorfer Gerhard Wyss auf Ende 2024 von seinem Amt zurückgetreten. Nachfolgend ein Rückblick auf seine Freiwilligenarbeit im Dienst der regionalen Information.

Gerhard Wyss vor Büchern
Gerhard Wyss, langjähriger und hoch geschätzter Redaktionsleiter des SEE-SPIEGELS. Foto: Gerhard Wyss

An der letzten Hauptversammlung des Trägervereins SEE-SPIEGEL wurde Gerhard Wyss in Anerkennung seines langjährigen Einsatzes für den ursprünglichen «Ortsverein Kirchdorf und Umgebung» sowie für seine Redaktionsleitung von 2011 bis 2024 zum ersten Ehrenmitglied ernannt. Das hat ihn ausserordentlich gefreut, hat er doch viel Zeit und Herzblut für den SEE-SPIEGEL verwendet.

Pro Ausgabe waren das ungefähr 50 Stunden und das vier Mal jährlich. Denn für ihn als Redaktionsleiter gab es ausser den Sitzungen und deren Vorbereitungen mit Einladung und Entwurf eines Grobkonzepts der nächsten Ausgabe viel Arbeit am Telefon. Aber auch beim Redigieren aller Texte und schliesslich beim Korrekturlesen von 48 bis 56 Seiten. Dies mit Unterstützung von Thom Feuz und den andern Redaktionsmitgliedern, was jeweils ca.120 bis 150 Korrektureinträge für das «Gut zum Druck» ergab. Nicht zu vergessen natürlich das Schreiben seiner eigenen Texte.

Besonders gefreut hat ihn, dass der SEE-SPIEGEL in seinen beiden letzten Jahren zweimal einen Rekordumfang ohne Qualitätseinbusse erreichte, mit durchschnittlich 54 Seiten im Jahr 2023 und 52 Seiten im Jahr 2024. Aber auch die jahrelange perfekte und intensive Zusammenarbeit mit der ausgezeichneten Layouterin Prisca Scheidegger aus Gerzensee war für ihn stets ein Highlight. Als Glücksfall bezeichnete er, dass nach langer Männerdominanz im Redaktionsteam ab Ende 2017 mit Ria Hage und Rita Ryser zwei erfahrene Frauen dazustiessen, ergänzt 2022 durch die Journalistin Sheila Matti, sodass die Geschlechterparität im Team erreicht wurde.

Die drei Drittel des SEE-SPIEGELS

Beim Redigieren aller Autorentexte ging es ihm um die Prüfung eines aussagekräftigen oder attraktiven Titels und eines kurzen einleitenden Textes, einem sogenannten «Lead», der zum Lesen des nachfolgenden Artikels ermuntern soll. Ebenso wichtig waren ihm eine sorgfältige, der Jahreszeit entsprechende Auswahl des Titelbildes, das Erkennen von grammatikalischen Fehlern gemäss Duden, die Vermeidung von Superlativen, die Ergänzung fehlender Unterschriften und Bildlegenden. Selbstverständlich für ihn war die generelle Überprüfung von Verständlichkeit und Logik der Texte.

Wenn Gerhard Wyss gefragt wird, welcher Bereich des SEE-SPIEGELS welchen Anteil am Gesamterfolg hat, kommt er auf die Formel: 1/3 die Redaktion, 1/3 die Layouterin Prisca Scheidegger und 1/3 die Inserate-Beschafferin Romy Augstburger.

Gerhard mit Luca
Gerhard Wyss mit seinem jüngsten Enkel Luca, gebohren 2021.
Foto: Gerhard Wyss

Ein Mehrwert für Leserschaft und Region

Dass er all die Jahre dem SEE-SPIEGEL die Treue gehalten und mit viel Freude und Begeisterung diese Zeit aufgewendet hat, hat verschiedene Gründe:

Zum einen fand er es immer besonders wertvoll für die Leserschaft, Themen von kulturellen und regionalen Anliegen zu veröffentlichen, die weder in der BZ, noch im «Bund» oder im «Landboten » erschienen waren. Neuigkeiten sollten besonders berücksichtigt werden. Ebenso Anliegen der Schulen, der Vereine, der Bibliotheken und der nützliche Veranstaltungskalender von Rita Ryser. Weitere Highlights waren die seinerzeitigen Mundartgeschichten von Friedi Reber und die heutigen von Christian Buri aus Kirchdorf sowie die langjährige Serie über das «Lisi» aus Jaberg von Thom Feuz. Die spannenden, die Natur und Technik besonders berücksichtigenden und trotzdem verständlichen Artikel von Walter Tschannen, und die interessanten Porträts von meist älteren ZeitgenossInnen von Ria Hage unter dem Titel «Was macht eigentlich…? ». Last, but not least die fröhlichen, unkomplizierten und stilsicheren Beiträge unseres jüngsten Redaktionsmitglieds Sheila Matti.

Ein Hauptaugenmerk richtete Gerhard Wyss auf die informative und wirkungsvolle Illustration der Texte.

Fasziniert hat ihn auch immer die Zusammenarbeit mit den verschiedenen Gemeinden und die Vorstellung bzw. die Verabschiedung von wichtigen Personen des öffentlichen Lebens, seien sie aus Politik, Schule, Feuerwehr oder Kirche usw. Nicht ohne einige Nebengeräusche ging seine damals topaktuelle und kontradiktorisch aufgemachte Berichterstattung über die Vougaspartys 2022/2023 im SEE-SPIEGEL Nr. 2 und 3/2023 über die Bühne.

Zusammenhalt und kulinarische Überraschungen

Zum andern war es das aus seiner Sicht hervorragende, motivierende, gemeinsame Arbeiten im Redaktionsteam, wo eigentlich jeder/jede seine favorisierten Ideen, Themen und Bereiche einbringen konnte. Sein eigener Beitrag war sicher die klare, selbstverständlich schriftliche Vorbereitung der Sitzungen und deren straffe Leitung sowie die Suche nach neuen Beiträgen.

Und zum Dritten hat er besonders geschätzt, dass am Ende jeder Redaktionssitzung das gastgebende Redaktionsmitglied eine kulinarische Überraschung auffahren liess, zuerst salzig, dann süss, mit ausgezeichneten Getränken. So konnte bei fröhlicher Kameradschaft der arbeitsintensive Abend jeweils ausklingen. Und selbst der Taxidienst vor Mitternacht hat stets funktioniert.

Und nun? Nach der «Pensionierung» beim SEE-SPIEGEL macht sich Gerhard Wyss keine Gedanken für die Zukunft des «Blettli», weiss er doch dieses in den Händen einer erfahrenen, kompetenten sowie verjüngten Redaktion, die zusammen mit dem Vorstand des Trägervereins mit neuen Ideen die Anforderungen der Zukunft meistern wird. Es wird also auch ohne ihn weitergehen, was ihn sehr freut.

Wer übrigens Interesse hat, in diesem exzellenten Redaktionsteam in irgendeiner Form, schreibend oder organisierend, mitzumachen, melde sich bei Walter Tschannen, Gerzensee, oder bei einem anderen Redaktionsmitglied!

Gerhard Wyss | Jahrgang 1947

Familie: Verheiratet mit Brigitte seit 1974, 4 erwachsene Töchter, 4 Enkelkinder
Wohnort: seit 1986 in Kirchdorf
Ausbildung: lic. phil.1 Historiker, vom Rekrut 1969 zum Oberst i Gst 1995
Beruf: Sektionschef in der Generalstabsabteilung in Bern
Pensioniert: seit 2008
Hobbys: Militärgeschichte, Familie (besonders Enkelkinder hüten), Schwimmen, Sauna, tägliche Zeitungslektüre und Lesen allgemein, Radio hören
Redaktionsleitung: «Mitteilungsblatt des OVK»: 1999 bis 2002 ad interim
«SEE-SPIEGEL»: 2011 bis 2024 (Redaktor ab 2010)

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