Als erster Pferde-Pensionsstall der Schweiz hat der Aktivstall Bieri, Mühledorf, die Auszeichnung «Pferdegestützte Interventionen Schweiz» entgegennehmen dürfen. Das ist im Mai mit einem kleinen Hoffest gefeiert worden.
Fotos: Walter Tschannen

Zu den pferdegestützten Interventionen gehören vor allem Therapien, die das Verhalten und Befinden von Kindern und Erwachsenen mit unterschiedlichen Beeinträchtigungen (Verhaltensauffälligkeiten, Lernstörungen, psychische Erkrankungen und Behinderungen) positiv beeinflussen sollen.
Zentral ist dabei nicht unbedingt die reiterliche Ausbildung, sondern eher, dass die PatientInnen eine Beziehung zum Pferd aufbauen, dieses pflegen und führen lernen. Sie können sich aber auf einem geführten Pferd auch angstfrei dem lösenden Bewegungsrhythmus hingeben oder gymnastische Übungen und Geschicklichkeitsspiele ausführen. Dadurch bekommen sie erfahrungs gemäss mehr Selbstvertrauen, kommunizieren besser und werden handlungsfähiger.
Möglich sind solche pferdegestützten Therapien bisher ausschliesslich auf spezialisierten Therapiehöfen. Aber wie das Beispiel Aktivstall Bieri zeigt, kann es auch auf normalen Pensionsbetrieben funktionieren, wenn strenge Bedingungen erfüllt sind; so muss die ganze Infrastruktur des Hofes behindertengerecht sein und das Tierwohl besonders hoch gewichtet werden. Mit viel Engagement und Einsatz ist dies Familie Bieri zusammen mit Fachleuten gelungen.
Angeboten werden die pferdegestützten Therapien auch im Aktivstall Bieri von ausgebildeten TherapeutInnen, die ihr Pferd dort in Pension halten. Ein Beispiel ist Ursula Kisling, die regelmässig mit dem Pferd Remon ihre Kundinnen und Kunden betreut.


