SEE-SPIEGEL > Allgemein > Das Mikado geht zu

Im Mai 1986 eröffnet die damals knapp dreissigjährige Ursula Brönnimann in Belp ihr eigenes Geschäft – ihr Traum von der Selbständigkeit ging in Erfüllung. Seither sind rund 40 Jahre vergangen und im Frühjahr 2027 schliesst das Geschäft für immer. Bis dahin findet man noch viele Schnäppchen, von der Babybekleidung bis zur Teenie Mode, also Grösse 0 bis 176 und von den restlichen Sommerartikeln bis zu den aktuellen Herbst- und Wintermodellen.

1986 eröffnete Ursula Brönnimann ihren Laden in diesem wunderschönen Haus im Zentrum von Belp…
. . . im Frühjahr 2027 wird die Ladentüre für immer geschlossen.

Ein eigenes Geschäft zu eröffnen braucht eine lange Vorbereitungsphase, muss doch am Tag X alles funktionieren und jedes Ding bereits seinen Platz gefunden haben – ob Bekleidungsstücke, Geschenk- oder Dekorationsartikel, und selbstverständlich der ganze Verkaufs- und Kassenbereich. Zum Glück hat das Geschäft eine gute Grösse von ca. 60 m2 und im Souterrain noch einen Lagerraum von 40 m2. Denn wenn Waren angeliefert werden, muss schliesslich alles kontrolliert und angeschrieben werden.

Aber das eigene Geschäft wieder aufzulösen resp. zu liquidieren braucht eine mindestens gleich lange Abschlusszeit. Und da steckt Ursula Brönnimann gerade jetzt mittendrin. Da hat die Frage einer Beschäftigung nach der Pensionierung noch gar keinen Platz!

Inhaberin Ursula Brönnimann bei der Arbeit in ihrem Laden. Bereits jetzt finden Sie Schnäppchen für Gross und Klein.

Und doch leuchten ihre Augen etwas mehr auf, wenn das Wort Sport fällt. Denn schon während der Ausbildungszeit im Verkauf eines Sport- und Modegeschäftes war Ursula eine begeisterte Sportlerin; vor allem die Leichtathletik hatte es ihr angetan, insbesondere der Weitsprung und das Speerwerfen. Für die neue Freizeit sieht sie sich jedoch eher im Wasser, denn auch das Schwimmen macht ihr grossen Spass.

Zu Ursulas beruflicher Laufbahn vor der Selbständigkeit gehörten ein Sprachschulenaufenthalt in England sowie Saisonstellen in Bern, Genf und Davos. Während ihrer Verkaufstätigkeit in Belp wurde sie oft auf das Fehlen von Kinderkleidern angesprochen und sie merkte schnell, dass das eine echte Marktlücke war. Das Besichtigen und Auswählen der Musterkollektionen – fast ein Jahr im Voraus – machten ihr grosse Freude. Bald hatte sie ihre bevorzugten Marken und Lieferanten, aber es kam auch vor, dass Vertreter ins Geschäft kamen.

Die erste Zeit als Selbstständige war nicht leicht – an Ferien, Freizeit oder gar Krankheit war nicht zu denken. Doch allmählich entwickelte sich eine gute Stammkundschaft, drei Viertel Frauen, ein Viertel Männer, wobei Letztere in der Regel schneller entschlossen gewesen seien beim Auswählen. Vier Mal konnte Ursula Brönnimann im nun florierenden Geschäft Lehrlinge zu Detailhandelsangestellten ausbilden; phasenweise musste sie sogar Aushilfskräfte einstellen.

Und nun soll bald alles vorbei sein. Rabatte ab 20% bis 70% helfen jetzt schon bei der Liquidation. Im Januar und Februar folgt dann ein Schlussräumungsverkauf.

Liebe Ursula Brönnimann, der SEE-SPIEGEL wünscht dir alles Gute für deine neue, schöne, freie Zeit und bedankt sich ganz herzlich für deine langjährigen Inserate!

Text: Ria Hage, Gerzensee Fotos: Marianne Kunz, Uttigen

Zurück zum Anfang