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Visualisierung der neuen Schulanlage

Erweiterung und Sanierung der Schule Zelg

Die Schule Zelg in Kirchdorf wird seit Sommer 2025 erweitert und saniert. Die Fertigstellung ist für den Sommer 2027 geplant. Die Schulanlage, bestehend aus dem Schulhaus (1976), der Turnhalle (1989) und dem Kindergartenanbau (2015), bildet mit der Umgebung zusammen eine mit der Zeit gewachsene Ausgangslage mit einmaligen Qualitäten. Diese werden erhalten und im Rahmen des Projekts weiterentwickelt.

Texte: Gerhard Wyss, Michael Zysset (Gemeinderat Kirchdorf), Thomas Kurz (Architekt, Thun)

Visualisierung der neuen Schulanlage
Links die Dacherhöhung des bisherigen Schulhauses, rechts der Anbau und vorne der neugestaltete Pausenplatz. Foto: Brügger Architekten AG, Thun

Die Anlage genügt den Anforderungen an einen zeitgemässen Schulbetrieb nicht mehr. Die Kapazität ist ausgeschöpft, weshalb zusätzliche Unterrichtsflächen erforderlich sind. Zudem haben einige Bauteile des Gebäudes ihre Lebensdauer erreicht oder entsprechen nicht mehr den aktuellen Normen, was bauliche Massnahmen erforderlich macht.

Das Projekt umfasst sowohl eine Sanierung des Schulgebäudes und der Turnhalle als auch die Erweiterung der Schulfläche mit einem Anbau sowie der Dacherhöhung, um zusätzliche Nutzfläche zu schaffen. Am Kindergarten sind keine Massnahmen geplant. Der Anbau wird das bestehende Schulhaus auf der Südseite ergänzen und mit der neuen Nutzung der gesamten Schulanlage eine neue Adresse und Öffentlichkeit geben. Im Obergeschoss des Anbaus entsteht der grosse Mehrzweckraum und im Erdgeschoss geben die erweiterte Überdachung des Pausenplatzes und die Dorfbibliothek der Schulanlage ein neues Gesicht.

Der gesamte Baubestand wird erdbebenertüchtigt und energetisch saniert sowie mit einer neuen Fassade in Holz verkleidet. Im Inneren wird mit dem Bestehenden weitergearbeitet, damit möglichst wenig Eingriffe in der Struktur des Gebäudes notwendig sind. Die Schulräume werden erneuert und für die aktuellen und zukünftigen Anforderungen ausgerüstet. Die Sanierung der Turnhalle fokussiert sich auf die Hüllensanierung und im Inneren auf die Erneuerung der Haustechnik, Anpassungen an die heutigen Brandschutzanforderungen sowie das Auffrischen der Oberflächen.

Die Umgebung wurde im Wettbewerb als Gesamtkonzept entwickelt, welche in einzelnen Puzzleteilen etappenweise und je nach Bedarf des Schulbetriebes umgesetzt werden kann. Im Rahmen der Sanierung der Schulanlage 2027 werden die Hauptbereiche Pausenplatz, Aussenraum Tagesschule, Spielplatz im Süden, der tiefer gelegene Hof und der Aussenraum des Kindergartens im Norden saniert und erneuert. Zudem wird die gesamte Anlage mit neuen, hindernisfreien Wegen besser verknüpft.

Planungsprozess, Genehmigung und Kosten

Das Projekt entstand im Rahmen eines Studienauftrags, der im Frühling 2023 durchgeführt wurde. Den Zuschlag erhielt die Brügger Architekten AG in Thun. Nach dem Entscheid ging die Planung mit dem Vorprojekt und der Kostenschätzung weiter. An der Gemeindeversammlung vom 30. Mai 2024 wurde das Projekt der Bevölkerung vorgestellt und anschliessend mitsamt dem Baukredit von 10.3 Mio. Franken genehmigt. Im Herbst 2024 schliesslich wurde das Baugesuch eingereicht, welches vor dem Baustart im Juli 2025 den positiven Bauentscheid erhielt.

Visualisierung der neuen Mehrzweckanlage
Der neue grosse Mehrzweckraum im Obergeschoss des Anbaus. Foto: Brügger Architekten AG, Thun

Bauablauf in Etappen

Die Erneuerung der Schulanlage wird während laufendem Betrieb in vier Etappen realisiert. In der ersten Etappe wird der Anbau bis Frühling 2026 erstellt. Im darauffolgenden Sommer und Herbst wird in der zweiten Etappe das Dachgeschoss auf dem bestehenden Schulhaus neu gebaut und in der Turnhalle die Haustechnik erneuert. Die Sanierung des bestehenden Schulhauses erfolgt in der dritten Etappe bis in den Sommer 2027, parallel zur Hüllensanierung der Turnhalle als vierter Etappe. Die Umgebungsgestaltung wird mit den jeweiligen Fertigstellungen der Etappen schrittweise nachgeführt.

Aktuell befindet sich der Bau in der 1. Etappe

Der Rohbau des Anbaus wurde erstellt und Ende Oktober der Holzbau im Obergeschoss des Schulhauses aufgerichtet. Mitte November konnten die Fenster montiert werden, ab dann folgen die weiteren Fassaden- und Dacharbeiten und es wird mit dem Innenausbau begonnen. Die Übergabe der ersten Etappe (Anbau) ist im April 2026 geplant. Ab Sommer 2026 wird der Schulbetrieb die neuen Schulräume im Anbau nutzen können, während die Baustelle in das Dachgeschoss verlagert wird.

Projektleitung und Projektaufsicht

Für das umfassende Bauprojekt wurde von Seite der Bauherrschaft eine Baukommission ins Leben gerufen, um den Bau optimal zu führen und zu begleiten. Die Baukommission setzt sich aus drei Mitgliedern des Gemeinderats aus den Ressorts Liegenschaften, Bildung und Bau zusammen. Zudem sind die Betreiber der Schulanlage durch den Schulleiter und den Hauswart involviert.

Auf der Baustelle hat Manfred Staudenmann als Bauleiter die Führung. Die Projektleitung und -koordination im Architekturbüro liegen bei Kurt Wyss als Projektverantwortlichem sowie Architekt Thomas Kurz, der das Projekt seit dem Beginn des Wettbewerbs begleitet. Eine der Hauptherausforderungen, nicht nur für die am Bau Beteiligten, sondern auch für das Personal im Schulhaus, ist der Umstand, dass die Bauarbeiten während des laufenden Schulbetriebs erfolgen. Dies setzt eine präzise Planung der Baustellenorganisation und eine durchdachte Etappierung voraus, um die Sicherheit jederzeit zu gewährleisten und ausreichend Schulräume zur Verfügung stellen zu können.

Die Projektleitung ist sehr dankbar dafür, dass die angesprochenen Herausforderungen bislang gut gemeistert werden konnten. Dank des grossen Engagements und der guten Zusammenarbeit zwischen der Projekt- und Bauleitung, der Baukommission und den beteiligten Unternehmen auf der Baustelle sind wir zuversichtlich, dass der weitere Verlauf des Bauprojekts erfolgreich umgesetzt werden kann.

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